Eine szenische Lesung des unveröffentlichten Theatertexts über Artemisia Gentileschi von Alessandra Giuriola und Michele De Vita Conti. Die Texte werden von der Regisseurin Alessandra Giuriola und der Schauspielerin Véronique Weber-Karpinski in italienischer und in deutscher Sprache vorgestellt.
Veranstaltungszeit und -ort: Dienstag, 10. November 2026, 19 Uhr; Istituto Italiano di Cultura Hamburg
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Bitte reservieren Sie Ihre kostenlose Eintrittskarte über das Eventbrite-Portal: >>>Artemisia_Gentileschi.eventbrite.de
Die italienische Malerin Artemisia Gentileschi (1593 – 1656) war die erste an der Accademia del Disegno in Florenz zugelassene Frau und gilt als eine der ersten Ikonen des Feminismus. Während ihrer Karriere hat Artemisia großformatige Bilder mit Szenen gemalt, die bis dahin nur allseits bekannten Männern wie Michelangelo, Botticelli, Caravaggio und nicht zuletzt ihrem Vater Orazio Gentileschi vorbehalten waren. Sie hingegen ist eine der ersten Frauen, die – entgegen den Gebräuchen der Zeit – dafür gekämpft hat, eine unabhängige Künstlerin sein zu können.
Dieses Projekt ist kein historisches Biopic. Es ist eine theatrale Untersuchung über Gewalt, Scham und Rache. Inspiriert von Artemisias Hell-Dunkel-Technik wollen wir ihre Gemälde zum Leben erwecken und in den Abgrund ihrer Frauenfiguren blicken: Judith, die Holofernes enthauptet; Jael, die Sisera einen Nagel in die Schläfe treibt; und die alten Richter, die zum Tode verurteilt werden, nachdem sie Susanna erst belästigt und dann verleumdet hatten. Unter den vielen Fragen, die dieses Thema aufwirft, drängt sich eine besonders auf: Ist unsere Gesellschaft endlich reif genug, den weiblichen Schmerz und die daraus resultierende Wut als produktive Antriebskraft zu akzeptieren?
Dieses Projekt vervollständigt eine Trilogie über „verlorene Frauen“ (nach den Inszenierungen von Lady Macbeth und Eurydike Deep Down am Düsseldorfer Schauspielhaus). Es ist eine Suche nach den Geistern der Geschichte, um durch sie über unsere Gegenwart zu sprechen. Eine erste Phase dieses Work in progress wurde anlässlich des Weltfrauentags 2025 als szenische Lesung am Italienischen Kulturinstitut in Köln auf Italienisch und Deutsch unter dem Titel „Artemisia. Die Bild gewordene Rache“ präsentiert.