#Scrittori_inBiblioteca
Lesung mit dem Autor Emanuele Altissimo, Moderation und Übersetzung Francesca Bravi.
Veranstaltungszeit und -ort: Montag, 6. Mai 2019, 19 Uhr, Istituto Italiano di Cultura Hamburg.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten an events@iic-hamburg.de oder direkt über diese Website.
Dies ist die Geschichte von zwei Brüdern und dem Sommer, der ihr Leben für immer prägt. Diego, Olmo und ihr Großvater sind in den Bergen, in der Hütte, die ihre Eltern vor ihrem Tod gekauft haben. Die Hoffnung ist, dass diese Orte der Seele von Diego, dem älteren Bruder, der immer rastlos ist, Ruhe bringen werden. Doch sobald der Wind aufsteigt, zittern die Sessellifte und die Wolken werfen tiefe Schatten auf die Täler. Nur Olmo versteht, dass Diego in ein Universum gleitet, in dem er nicht erreichbar ist, in ein Delirium, das zu wachsen scheint, bis es den Himmel berührt. Und Olmo gäbe alles was er hat, um seinen Bruder zu retten. Im Ingenieurswesen sprechen wir von der zulässigen Spannung: dem maximalen Kraftaufwand, dem ein Gebäude ausgesetzt sein kann, bevor es zusammenbricht. Das Empire State Building zum Beispiel überlebte den Aufprall einer Bomber B-25. Tag für Tag baut Olmo das Modell des Empire State, mit unendlicher Geduld und im Bewusstsein, dass die Stärke des Gebäudes in der Verlegung jedes einzelnen Ziegels liegt. Aber was ist die zulässige Spannung für eine Familie, für die Liebe, die die Menschen zusammenhält?
„Ich habe mir meine Figuren als Riesen vorgestellt“, schreibt der Autor über seinen Roman. „Diego ist ein Riese, der seine Welt nicht zum Leben erwecken kann, der davon träumt, Berge zu besteigen und den Himmel zu erobern. Aber vor allem sind es Olmo und Opa. Riesen sind diejenigen, die dem Schmerz ohne Ausreden ins Gesicht sehen. Die Schmerzen akzeptieren, für die es keinen Trost gibt.“
Bei seinem Debüt ist Emanuele Altissimo ein Roman gelungen, der rau und doch voller Emotionen ist, und hat Charaktere im langsamen freien Fall inszeniert, wie Schneeflocken. Der Wind, die Lichtungen, das stolze Profil eines Hirsches, die dünne Luft der Gipfel: Alles auf diesen Seiten ist so groß und geheimnisvoll wie die menschliche Seele, die in der Lage ist, auch in der dunkelsten Nacht ein Stück Licht zu retten.
Emanuele Altissimo wurde 1987 in Turin geboren, wo er sein Studium mit einer Arbeit über David Foster Wallace abschloss und die Holden School für Kreatives Schreiben besuchte. Das Schreiben hat er auf der Olivetti Lettera 22 seines Großvaters begonnen und hat seitdem nie mehr aufgehört. Als Gymnasiast verschlang er die Bücher von Wodehouse, aber er wurde nie ein humoristischer Schriftsteller. Sein erster Roman, „Luce Rubata al Giorno“ (Dem Tag gestohlenes Licht), ist im Januar 2019 im Verlag Bompiani erschienen.
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